Wolfgang Scheiner, Jahrgang 1950, studierte Theaterwissenschaft und Psychologie, Schauspiel und Operngesang in seiner Heimatstadt Wien. Auf den Brettern des Wiener Burgtheater ging Scheiner seine ersten Bühnenschritte, u.a. unter der Regie von Giorgio Strehler und Luca Ronconi.
Seit 1983 lebt Wolfgang Scheiner im deutschen Exil, leitete ein eigenes Theater in München und war an Bühnen u.a. in Gießen, Ingolstadt, Köln, Kiel, Hannover und Bremerhaven engagiert. In seinem Repertoire hat Scheiner viele spannende Charaktere. Die in sich zerrissenen Gemüter, die gespaltenen Persönlichkeiten wie Herr Paul, Jakob Gens, König Lear, Othello, der Richter Azdak, der Fleischfabrikant Mauler, der alkoholkranke Martin in Lars Noréns "Nacht, Mutter des Tages" oder der Lennie in „Von Mäusen und Menschen“ faszinieren den Wiener, der auch oft als Sänger auf der Bühne stand. 2004 war er in Uelzen bei der Uraufführung des Musicals „Hundertwasser“ von Konstantin Wecker (Musik) und Rolf Rettberg (Text) als Hundertwassers Pariser Freund René Brô dabei. Als Zirkusdirektor Caribaldi glänzte er in Thomas Bernhards Farce „Macht der Gewohnheit“ auf der Bühne des Wolfgang Borchert Theater in Münster.
Auf ca. 100 Rollen und viele Liederabende und Lesungen in vielen Städten kann der Schauspieler zurück schauen.
2008 stand Scheiner als Hülsmann in der Verfilmung des preisgekrönten Drehbuchs "Up,up to the sky" von Hardi Sturm neben Katja Riemann u.a. prominenten Kollegen und Kolleginnen vor der Kamera.
So oft die Theaterarbeit ihm Zeit lässt, liest der leidenschaftliche Büchernarr aus seinen aktuellen Lieblingsbüchern: oft an sehr speziellen Orten, in traditionsreichen Altstadtkneipen, auf literarisch-kulinarischen Veranstaltungen, auf Stadtfesten oder auch mal in einem gepflegten Schwitzbad. „Literatur unters Volk bringen“ ist die Devise des Wieners, der damit seinen großen Vorbildern, den Literaten der Wiener Kaffeehaus-Szene, treu bleibt. Deren Texte hat Scheiner - wenn es geht mit musikalischem Begleiter, am liebsten mit Paganinipreisträger Boris Schmitz und seiner Geige - natürlich auch in seinem umfangreichen Repertoire.
Sein humanistisches Engagement gilt der Integration von Menschen mit unterschiedlichstem kulturellem Hintergrund Die darstellende Kunst und die Musik scheinen ihm eine große Chance für Menschen mit Migrationshintergrund, ihren Platz auf Augenhöhe in einer demokratischen Gesellschaft zu finden. In diesem Sinne engagiert er sich seit 2007 in dem gemeinnützigen Verein Rainbow Paper Initiative Hannover e.V.