Wolfgang Scheiner, Jahrgang 1950, studierte Theaterwissenschaft und Psychologie, Schauspiel und Operngesang in seiner Heimatstadt Wien. Auf den Brettern des Wiener Burgtheater ging Scheiner seine ersten Bühnenschritte, u.a. unter der Regie von Giorgio Strehler und Luca Ronconi. In den Jahren 2011 bis 2015 waren es vor allem Musical-Produktionen, in denen Wolfgang Scheiner auf der Bühne von Festspielveranstaltern und der Stage Entertainment stand.

Seit 1983 lebt Wolfgang Scheiner im deutschen Exil. Er leitete ein eigenes Theater in München und war an rund einem Dutzend deutschsprachiger Bühnen zwischen Aachen und Wien als festes Ensemblemitglied und als Gast engagiert. Die in sich zerrissenen Gemüter, die gespaltenen Persönlichkeiten wie Herr Paul, Jakob Gens, König Lear, Othello, der Richter Azdak, der Fleischfabrikant Mauler, der alkoholkranke Martin in Lars Noréns "Nacht, Mutter des Tages" oder der Lennie in „Von Mäusen und Menschen“ faszinierten den Wiener, der auch oft als Sänger auf der Bühne stand.
Auf ca. 100 Rollen und viele Liederabende und Lesungen in vielen Städten kann der Schauspieler zurück schauen.

2008 stand Scheiner als Hülsmann in der Verfilmung des preisgekrönten Drehbuchs "Up,up to the sky" von Hardi Sturm neben Katja Riemann u.a. prominenten Kolleginnen und Kollegen vor der Kamera.

So oft die Theaterarbeit ihm Zeit lässt, liest der leidenschaftliche Büchernarr aus seinen aktuellen Lieblingsbüchern: oft an sehr speziellen Orten, in traditionsreichen Altstadtkneipen, auf literarisch-kulinarischen Veranstaltungen, auf Stadtfesten oder auch mal in einem gepflegten Schwitzbad. „Literatur unters Volk bringen“ ist die Devise des Wieners, der damit seinen großen Vorbildern, den Literaten der Wiener Kaffeehaus-Szene, treu bleibt. Deren Texte hat Scheiner natürlich auch in seinem umfangreichen Repertoire.

Sein ehrenamtliches Engagement gilt der Integration von Menschen mit unterschied-lichstem kulturellem Hintergrund. Die darstellende Kunst und die Musik als Chance für Menschen, ihren Platz auf Augenhöhe in einer demokratischen Gesellschaft zu finden. In diesem Sinne engagierte sich Wolfgang Scheiner schon in den 80er Jahren in Wien bei der "Demokratischen Psychiatrie", seit 2007 ehrenamtlich in Theaterprojekten mit älteren und seit Ende 2015 mit Geflüchteten in einem Wohnheim in Hannover.